Laut Bloomberg hat Nordkorea seine Einnahmen in Fremdwährungen deutlich gesteigert und das höchste Niveau seit der Zeit vor den umfassenden Sanktionen im Jahr 2018 erreicht, die wegen seiner verbotenen Waffenprogramme verhängt wurden. Getrieben wird dieses Wachstum durch Cyberoperationen sowie Waffenverkäufe an Russland, so US-Geheimdienste.
Dieser Anstieg deutet darauf hin, dass sich Pjöngjang nicht nur an den Sanktionsdruck angepasst hat, sondern auch neue Einnahmequellen aufgebaut hat, die deutlich schwerer zu kontrollieren sind als traditionelle Handels- oder Finanzmechanismen.
Cyberkriminalität als zentrale Einnahmequelle
Nach Angaben des Office of the Director of National Intelligence verdient Nordkorea jährlich mindestens 1 Milliarde US-Dollar durch illegale Cyberaktivitäten. Diese Mittel dienen der Finanzierung des Militärs sowie der Weiterentwicklung fortschrittlicher Raketen- und Nuklearfähigkeiten unter Führung von Kim Jong Un.
Im jährlichen Bericht zu globalen Bedrohungen wird betont, dass nordkoreanische Cyberstrukturen zunehmend raffinierter darin werden, Sicherheitsmaßnahmen und finanzielle Beschränkungen zu umgehen. Die Aktivitäten konzentrieren sich auf das Umgehen von Sanktionen, den Diebstahl finanzieller Mittel zur Unterstützung des Militärs sowie auf Cyber-Spionage zur Schließung von Lücken in den Waffenprogrammen des Regimes.
Netzwerk von IT-Fachkräften im Ausland
Laut Bloomberg nutzt Nordkorea seit Jahren nicht nur Hacker, sondern auch ein Netzwerk von IT-Fachkräften im Ausland. Diese verschaffen sich häufig unter falschen Identitäten oder mit gefälschten Qualifikationen Zugang zu Unternehmen und deren Systemen.
Der US-Bericht hebt hervor, dass Nordkoreas Cyberprogramm in Kombination mit dem Einsatz solcher IT-Arbeiter besonders flexibel und gut organisiert ist. Dadurch ist das Land in der Lage, Spionage, Cyberkriminalität und gezielte Cyberangriffe durchzuführen.
Dabei geht es nicht nur um finanziellen Diebstahl. Nordkoreanische Akteure zielen auch auf militärische und industrielle Geheimnisse ab, was die technologische Entwicklung des Landes beschleunigt.
Waffenlieferungen an Russland stärken Einnahmen
Der Bericht folgt auf eine Studie, wonach Nordkorea vermutlich Waffen und militärische Ressourcen im Wert von bis zu 14 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung des Krieges von Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine geliefert hat.
Sollten sich diese Schätzungen bestätigen, ist die Zusammenarbeit mit Moskau neben Cyberoperationen zu einer weiteren wichtigen Einnahmequelle geworden. Zusammen zeigen diese Einnahmen, dass Sanktionen nicht mehr die ursprünglich beabsichtigte Wirkung entfalten.
Sanktionen verlieren an Wirkung
Der Anstieg der Deviseneinnahmen Nordkoreas sowie zusätzliche Einnahmen aus der Unterstützung Russlands deuten darauf hin, dass internationale Sanktionen zunehmend an Wirksamkeit verlieren. Statt auf offiziellen Handel zu setzen, hat Pjöngjang stabile und schwer kontrollierbare Einnahmestrukturen aufgebaut.
Dadurch kann das Land seine Wirtschaft und seine militärischen Programme trotz bestehender Einschränkungen weiter finanzieren und den Druck von außen abmildern.
Ausbau von Raketen- und Nuklearfähigkeiten
US-Geheimdienste berichten zudem, dass Nordkorea erfolgreich Interkontinentalraketen getestet hat, die das gesamte US-Festland erreichen können. Darüber hinaus habe die Beteiligung an militärischen Aktivitäten dem Land wertvolle Kampferfahrungen sowie Zugang zu militärischer Technologie aus Russland verschafft.
Dem Bericht zufolge ist Nordkorea fest entschlossen, sein Nukleararsenal weiter auszubauen, was sich im Tempo der Raketentests und in öffentlich gemachten Fähigkeiten zur Urananreicherung widerspiegelt.
Wachsende Bedrohung für die USA und ihre Verbündeten
Nach Einschätzung der USA stellt die Bereitschaft Pjöngjangs, seine Fähigkeiten gegen Südkorea und die Vereinigten Staaten einzusetzen, ein erhebliches Risiko für Washington und seine Verbündeten dar, insbesondere für Südkorea und Japan.
Damit geht es nicht nur um steigende Einnahmen, sondern auch um wachsende strategische Fähigkeiten. Laut Bloomberg macht die Kombination aus stabilen illegalen Einnahmequellen, militärischer Zusammenarbeit mit Russland und der beschleunigten Entwicklung von Raketen- und Nuklearprogrammen Nordkorea zu einem zunehmend unabhängigen und gefährlichen Akteur auf der globalen Bühne.
Dieser Artikel wurde auf Grundlage von bei Bloomberg veröffentlichten Informationen erstellt. Der vorliegende Text stellt eine eigenständige Bearbeitung und Interpretation dar und erhebt keinen Anspruch auf die Urheberschaft der ursprünglichen Inhalte.
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