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Russland durchbricht die ukrainische Verteidigung in einem strategisch wichtigen Stützpunkt: Kämpfe um Pokrowsk und politische Signale für einen möglichen Waffenstillstand

2 Min. Lesezeit
Pokrovsk
Russland gab am Sonntag sogar bekannt, es habe seine atomgetriebene Marschflugrakete „Burewestnik“ erfolgreich getestet und bereite sich darauf vor, sie im Kampf einzusetzen. | Foto: Jose Colon / Anadolu / Getty Images via Politico

Laut Politico hat Moskau seine Offensive an der Ostfront verstärkt, um seine Position vor möglichen Waffenstillstandsverhandlungen zu festigen. Das Hauptereignis der vergangenen Tage war das Vorrücken russischer Truppen in der Region Pokrowsk (Gebiet Donezk) – einem der wichtigsten Verteidigungsstützpunkte der Ukraine.

Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine berichtete, dass am vergangenen Wochenende fast 200 russische Soldaten nach monatelangen Versuchen, die Frontlinie zu durchbrechen, in Pokrowsk eingedrungen seien.

Die Lage in der Region bleibe „äußerst dynamisch und angespannt“, erklärten ukrainische Militärvertreter. Trotz heftiger Angriffe seien die ukrainischen Einheiten nicht eingekesselt und hätten es geschafft, einige Gebiete zurückzuerobern und die Situation in bestimmten Abschnitten zu stabilisieren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte in seiner abendlichen Ansprache, dass die Lage in Pokrowsk „schwierig“ und die Kämpfe „erbittert“ seien. Er betonte, die Verteidigung dieser Stadt habe eine „entscheidende strategische Bedeutung“ für die gesamte Frontlinie im Donbass.

Politischer Hintergrund: Moskau drängt auf Verhandlungen

Die Eskalation der Kämpfe fällt mit Anzeichen möglicher diplomatischer Bewegung zusammen. Wie Politico feststellt, versuchen sowohl Moskau als auch Kiew, ihre Positionen auf dem Schlachtfeld zu stärken, um mit möglichst großem Einfluss in eventuelle Verhandlungen zu gehen.

Am Freitag erklärte Kirill Dmitrijew, der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten für Investitions- und Wirtschaftskooperation, dass Moskau, Kiew und Washington einer Vereinbarung über einen Waffenstillstand „ziemlich nahe“ seien.

Diese Einschätzung folgte auf eine Äußerung von Selenskyj, der meinte, „eine Einfrierung des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinien“ könne als „vernünftiger Kompromiss“ betrachtet werden.

Druck auf den Kreml: Kiews Verbündete setzen auf Washington

Nach Angaben von Politico hoffen Kiew und seine europäischen Partner, dass US-Präsident Donald Trump Druck auf Wladimir Putin ausüben wird, damit dieser von seiner „maximalistischen“ Position abrückt – insbesondere von seinen Ansprüchen auf Gebiete im Donezker Raum, die russische Truppen derzeit nicht kontrollieren.

Westliche Diplomaten erwarten, dass ein Waffenstillstand entlang der bestehenden Frontlinie geschlossen werden könnte, ohne weitere territoriale Zugeständnisse. Putin jedoch, so Politico, taktierte weiter und zögert, indem er abwechselnd Bereitschaft zu einem Treffen mit Trump und Selenskyj signalisiert und diese Option dann wieder zurückzieht.

Währenddessen beschleunigt die russische Armee ihre militärischen Operationen, um vor einer möglichen Vereinbarung so viele Gebiete wie möglich unter ihre Kontrolle zu bringen.

Atomare Signale und Reaktion aus Washington

Am selben Tag gab Moskau bekannt, dass es erfolgreich die atomgetriebene Marschflugrakete „Burewestnik“ getestet habe und bereit sei, sie im Ernstfall einzusetzen.

Diese Ankündigung rief eine scharfe Reaktion von US-Präsident Donald Trump hervor, der gegenüber Journalisten an Bord der Air Force One erklärte:

„Ich halte das nicht für eine angemessene Aussage Putins. Übrigens sollte er lieber diesen Krieg beenden. Ein Krieg, der eine Woche dauern sollte, geht nun bald in sein viertes Jahr. Damit sollte er sich beschäftigen – und nicht mit Raketentests.“

Was hinter den Worten über eine „Einfrierung“ steckt

Nach Einschätzung von Politico könnten die Aussagen über eine mögliche Einigung Teil eines politischen Spiels beider Seiten sein. Russland versucht durch den verstärkten Druck bei Pokrowsk zu zeigen, dass seine Armee weiterhin zu Durchbrüchen fähig ist, während die Ukraine ihre Standhaftigkeit und Verteidigungsbereitschaft selbst unter schweren Bedingungen demonstriert.

Unterdessen bemüht sich die Regierung von Präsident Trump, einen fragilen Ausgleich zwischen Druck auf den Kreml und der Suche nach einem Ausweg aus dem Krieg zu finden – einem Krieg, der nun in sein viertes Jahr geht.


Dieser Artikel wurde auf Grundlage von bei Politico veröffentlichten Informationen erstellt. Der vorliegende Text stellt eine eigenständige Bearbeitung und Interpretation dar und erhebt keinen Anspruch auf die Urheberschaft der ursprünglichen Inhalte.

Das Originalmaterial ist unter folgendem Link einsehbar: Politico.
Alle Rechte an den ursprünglichen Texten liegen bei Politico.

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