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Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi beendet – nächste Runde rückt näher

2 Min. Lesezeit
US-Gesandter Jared Kushner
US-Gesandter Jared Kushner in Abu Dhabi Foto: Uae Government / REUTERS via Der Spiegel

Erste trilaterale Gespräche mit Beteiligung der Ukraine, Russlands und der USA

In Abu Dhabi sind die ersten direkten Konsultationen über eine mögliche friedliche Beilegung des Krieges in der Ukraine zu Ende gegangen. An den Gesprächen nahmen Vertreter aus Kyjiw, Moskau und Washington teil. Trotz der anhaltenden Kampfhandlungen bewerteten die Beteiligten das Treffen als konstruktiv und schlossen eine Fortsetzung des Dialogs nicht aus.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Gespräche seien inhaltlich intensiv gewesen. »Es wurde viel diskutiert, und es ist wichtig, dass die Gespräche konstruktiv waren«, schrieb er. Zugleich deutete er an, dass bereits in der kommenden Woche ein weiteres Treffen möglich sei – vorausgesetzt, alle Seiten zeigten Bereitschaft zur Fortsetzung.

US-Friedensplan und Bereitschaft Kyjiws zum Dialog

Nach Angaben Selenskyjs war es das erste Mal, dass Vertreter der drei Länder gemeinsam über den amerikanischen Friedensplan für die Ukraine berieten. Weitere Treffen hingen von der politischen Bereitschaft aller Beteiligten ab, fügte er hinzu und betonte, dass die Ukraine dazu bereit sei.

Auch Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate erklärten, die Gespräche hätten in einer »positiven und konstruktiven Atmosphäre« stattgefunden. Eine weitere Runde im gleichen Dreierformat sei für die kommende Woche in Aussicht genommen.

Moskau beharrt auf Maximalforderungen

Parallel zu den Gesprächen bekräftigte Moskau erneut seine weitreichenden Forderungen. Russland verlangt weiterhin den vollständigen Abzug der ukrainischen Streitkräfte aus dem gesamten Donbass, einschließlich jener Gebiete, die derzeit nicht unter russischer Kontrolle stehen. Kyjiw lehnt diese Forderung weiterhin категорisch ab.

Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow erklärte, die Gespräche in Abu Dhabi hätten sich auf »die Parameter zur Beendigung von Russlands Krieg sowie auf die weitere Logik des Verhandlungsprozesses« konzentriert.

Anhaltende Angriffe trotz diplomatischer Kontakte

Die diplomatischen Bemühungen wurden von einer neuen Welle russischer Angriffe überschattet. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha warf dem Kreml vor, die Gespräche gezielt sabotieren zu wollen. Die nächtlichen Angriffe seien der Versuch gewesen, »auch den Verhandlungstisch zu treffen«.

Nach ukrainischen Angaben setzte Russland bei einem der jüngsten Angriffe Hunderte Drohnen sowie Dutzende Raketen unterschiedlichen Typs ein. Ziel waren unter anderem Kyjiw und dessen Umland sowie die Regionen Sumy, Charkiw und Tschernihiw. Erneut wurde insbesondere die Energieinfrastruktur angegriffen.

Tote und Verletzte in Kyjiw und Charkiw

Der Kyjiwer Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von einem »massiven« Angriff und rief die Bevölkerung auf, in Schutzräumen zu bleiben. Durch herabfallende Drohnentrümmer kam es in mehreren Stadtteilen zu Bränden, zudem wurden Teile der Wärme- und Wasserversorgung unterbrochen. Behörden meldeten Todesopfer und zahlreiche Verletzte.

In Charkiw teilte Bürgermeister Ihor Terechow mit, dass iranische Schahed-Drohnen Wohnhäuser sowie medizinische Einrichtungen beschädigt hätten. Dutzende Zivilisten wurden dabei verletzt.

Diplomatie im Schatten der Gewalt

Nach Einschätzung von Der Spiegel liegt die Besonderheit der aktuellen Gesprächsrunde im scharfen Kontrast zwischen vorsichtigen diplomatischen Signalen und einer gleichzeitigen Eskalation der Gewalt. Entscheidend für die Zukunft der Verhandlungen werde sein, ob der Dialog mit konkreten Schritten zur Reduzierung der Kampfhandlungen einhergehe.

Vorerst endeten die Gespräche in Abu Dhabi ohne greifbare Ergebnisse – jedoch mit dem vorsichtigen Hinweis, dass diplomatische Kanäle trotz des Krieges weiterhin offenbleiben.


Dieser Artikel wurde auf Grundlage von bei Der Spiegel veröffentlichten Informationen erstellt. Der vorliegende Text stellt eine eigenständige Bearbeitung und Interpretation dar und erhebt keinen Anspruch auf die Urheberschaft der ursprünglichen Inhalte.

Das Originalmaterial ist unter folgendem Link einsehbar: Der Spiegel.
Alle Rechte an den ursprünglichen Texten liegen bei Der Spiegel.

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