Budapest verknüpft Lebensmittelrisiken mit steigenden Düngemittelpreisen
Ungarn fordert die Europäische Union auf, Zölle und zusätzliche Abgaben auf Düngemittelimporte aus Russland und Belarus vorübergehend auszusetzen. Laut Politico begründet Budapest seine Position mit steigenden Weltmarktpreisen und der Sorge, dass die Spannungen rund um den Iran die europäische Landwirtschaft weiter belasten könnten.
Der ungarische Landwirtschaftsminister István Nagy warnte in einem Schreiben an die EU-Kommissare, dass höhere Düngemittelpreise und Unsicherheiten bei den Lieferungen den Druck auf die Landwirte in der EU zunehmend erhöhen. Seiner Ansicht nach könnten eingeschränkte Zugänge zu günstigeren Importen sowohl die Ernteerträge als auch die Lebensmittelpreise beeinträchtigen.
Budapest betont, dass das Land seinen Bedarf nicht vollständig durch eigene Produktion decken kann. Ungarn stellt nur Stickstoffdünger her, während Phosphor- und Kaliumprodukte importiert werden müssen. Aus diesem Grund drängen die Behörden darauf, die Zölle auf russische und belarussische Lieferungen vorübergehend auf null zu senken.
Brüssel sieht Düngemittel sowohl als Ware als auch als Einnahmequelle für Moskau
In Brüssel wird das Thema jedoch umfassender betrachtet als nur unter dem Gesichtspunkt der Kosten für Landwirte. Laut Politico zielt die EU-Politik nicht nur auf den Schutz des Binnenmarkts ab, sondern auch darauf, die Einnahmen Russlands zu begrenzen, die zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine verwendet werden könnten.
Im Jahr 2025 verschärfte die EU die Zölle auf Düngemittel aus Russland und Belarus, nachdem die Importe in den Jahren nach der groß angelegten Invasion Russlands in die Ukraine deutlich gestiegen waren. In Brüssel bestand die Sorge, dass Russland durch Sanktionen eingeschränkte Gasexporte in die Düngemittelproduktion umleitet, um seine Exporterlöse aufrechtzuerhalten.
Auch nach Einführung der neuen Beschränkungen blieben die Lieferungen russischer Düngemittel in die EU erheblich; ihr Wert wurde im vergangenen Jahr auf rund 2 Milliarden Euro geschätzt. Allerdings gingen die Mengen Anfang 2026 deutlich zurück, da die neuen Zölle Wirkung zeigten.
Zusätzlicher Druck auf den Sektor entsteht durch die Entwicklungen im Nahen Osten. Die faktische Blockade der Straße von Hormus treibt laut Politico die Kosten sowohl für Energie als auch für Rohstoffe, die zur Herstellung von Düngemitteln benötigt werden, in die Höhe. Vor diesem Hintergrund hat Ungarn auch vorgeschlagen, das EU-Verbot für russisches Gas zu lockern, um den Preisdruck zu verringern, doch dieser Vorschlag wurde in Brüssel bereits klar abgelehnt.
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