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Ausländische Ölansprüche in Venezuela nach US-Intervention infrage gestellt

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Die Raffinerie Petroleos de Venezuela SA (PDVSA) El Palito in El Palito, Venezuela. (Bloomberg/Manaure Quintero)

Festnahme Maduros verschiebt das Kräfteverhältnis rund um Venezuelas Öl

Die Zukunft von Milliarden Barrel venezolanischen Öls, auf die ausländische Unternehmen im Rahmen bestehender Vereinbarungen Anspruch haben, ist nach der jüngsten Intervention Washingtons und der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro deutlich unsicherer geworden. Analysten zufolge stellt dieser politische Einschnitt die gesamte Architektur der Abkommen zwischen Caracas und seinen wichtigsten externen Partnern infrage.

Nach Einschätzung von Bloomberg zählen vor allem ausländische Staatsunternehmen — insbesondere aus China und Russland — zu den potenziell größten Verlierern, falls Venezuelas Ölverträge neu verhandelt oder revidiert werden.

China und Russland mit den größten externen Ansprüchen

Eine Analyse von Morgan Stanley zeigt, dass die größten ausländischen Ansprüche auf venezolanisches Öl bei staatlich kontrollierten Unternehmen aus China und Russland liegen. Gleichzeitig verblassen diese Volumina im Vergleich zu den riesigen Reserven, die vom staatlichen Ölkonzern Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA) kontrolliert werden, der über mehr als 200 Milliarden Barrel Öl verfügt.

Die Analysten von Morgan Stanley betonen, dass es inzwischen weniger um juristische Ansprüche als vielmehr um die künftige Entwicklung der Fördermengen geht.

„Die entscheidende Frage ist, wie sich die Ölproduktion Venezuelas von hier aus entwickeln wird. Das bleibt äußerst schwer vorherzusagen“, heißt es in der Analyse.
Mittelfristig seien die Risiken für die Produktion jedoch eher nach oben gerichtet — zumindest aus Sicht der Ressourcenbasis und der technischen Möglichkeiten.

Wer Anspruch auf venezolanisches Öl hat

Auf Basis von Daten der Beratungsgesellschaft Wood Mackenzie verfügt die chinesische China Petroleum & Chemical Corp., besser bekannt als Sinopec, mit rund 2,8 Milliarden Barrel über den größten Anspruch. Es folgen das russische Unternehmen Roszarubezhneft sowie die China National Petroleum Corp. Roszarubezhneft erwarb diese Vermögenswerte im Jahr 2020 durch den Kauf venezolanischer Projekte von Rosneft.

Kleinere, aber dennoch relevante Ansprüche entfallen laut Angaben auf den Websites der Unternehmen auf die indischen Konzerne ONGC Videsh Ltd. und Indian Oil Corp.

Kleinere chinesische Akteure und Produktionsbeteiligungen

Neben den großen Staatskonzernen sind in Venezuela auch mehrere weniger bekannte chinesische Firmen aktiv, die Produktionsbeteiligungsverträge mit PDVSA abgeschlossen haben. Dazu zählen Anhui Guangda Mining Investment Co., Anhui Erhuan Petroleum Group und China Concord Resources Corp. Darauf hat zuvor Michal Meidan, Leiterin der China-Energieforschung am Oxford Institute for Energy Studies, hingewiesen.

Ihrer Einschätzung nach dürften Peking und die betroffenen Unternehmen zunächst eine abwartende Haltung einnehmen.

„Die chinesische Regierung und die Unternehmen werden vermutlich beobachten, wie sich die Ereignisse entwickeln. Kurzfristig könnten sie Lieferströme und Vermögenswerte verlieren, doch langfristig könnten sie durchaus wieder nach Venezuela zurückkehren“, sagte sie.

Unsicherheit prägt den Ausblick

Zusammenfassend zeigt sich: Trotz der enormen Ölvolumina, die ausländischen Unternehmen formal zugesichert sind, rückt die Politik erneut in den Mittelpunkt. Wie Bloomberg betont, macht die Kombination aus geopolitischen Spannungen, Sanktionsdruck und innerer Instabilität die Zukunft des venezolanischen Ölsektors — und der ausländischen Ansprüche darauf — zutiefst ungewiss.


Dieser Artikel wurde auf Grundlage von bei Bloomberg veröffentlichten Informationen erstellt. Der vorliegende Text stellt eine eigenständige Bearbeitung und Interpretation dar und erhebt keinen Anspruch auf die Urheberschaft der ursprünglichen Inhalte.

Das Originalmaterial ist unter folgendem Link einsehbar: Bloomberg.
Alle Rechte an den ursprünglichen Texten liegen bei Bloomberg.

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