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Die USA übernehmen die Kontrolle über Venezuela: Maduro festgenommen, Luftangriffe und eine ungewisse Zukunft

2 Min. Lesezeit
Bureau of Prisons
Photo: via The Wall Street Journal

Militäroperation und Festnahme des venezolanischen Präsidenten

Nach einer Serie von US-Luftangriffen auf Ziele in Venezuela erklärte Washington, faktisch die Kontrolle über das Land übernommen zu haben. Präsident Donald Trump sagte bei einer Pressekonferenz in seiner Residenz Mar-a-Lago, die Vereinigten Staaten würden Venezuela „führen“, bis ein „sicherer, angemessener und wohlüberlegter Übergang“ möglich sei.

Ein zentrales Element der Operation war die Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro. Nach Angaben Trumps wurden Maduro und seine Ehefrau in Caracas gefasst und im Rahmen einer gemeinsamen Aktion des US-Militärs und amerikanischer Strafverfolgungsbehörden außer Landes gebracht. Sie seien an Bord der USS Iwo Jima transportiert und anschließend zum Stewart Airport im Bundesstaat New York geflogen worden, wo Maduro den US-Behörden übergeben wurde.

Anklagen des Justizministeriums und das „Cartel de los Soles“

Das US-Justizministerium erhob Anklage gegen Maduro und fünf weitere Personen wegen ihrer mutmaßlichen Rolle in einem internationalen Drogenhandelsnetzwerk, dem sogenannten „Cartel de los Soles“. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft half die Gruppe über Jahre hinweg, große Kokainlieferungen in Richtung Vereinigte Staaten zu schleusen.

Parallel dazu erschütterten Explosionen Caracas sowie die Küstenstaaten Miranda, Aragua und La Guaira im Rahmen der Operation mit dem Codenamen Absolute Resolve. Der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, General Dan Caine, erklärte, der Einsatz sei das Ergebnis monatelanger Planung und Übungen gewesen; mehr als 150 Flugzeuge seien von 20 Land- und Seebasen in der gesamten westlichen Hemisphäre gestartet.

Reaktion aus Caracas: Mobilisierung und Vorwürfe des Imperialismus

Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez forderte die sofortige Freilassung Maduros und rief eine allgemeine Mobilisierung der „sozialen und politischen Kräfte“ des Landes aus. In offiziellen Erklärungen bezeichnete die Regierung in Caracas das Vorgehen der USA als „imperialistischen Angriff“ und als Verletzung der nationalen Souveränität.

Öl, Investitionen und US-Konzerne

Präsident Trump betonte besonders die wirtschaftliche Dimension der amerikanischen Pläne. US-Ölkonzerne seien bereit, Milliardenbeträge zu investieren, um die stark beschädigte venezolanische Öl-Infrastruktur zu reparieren und zu modernisieren. Venezuela verfüge über „enorme Reichtümer unter der Erde“, sagte Trump, die gefördert und teilweise mit der Bevölkerung des Landes geteilt werden sollten.

Nach Einschätzung des The Wall Street Journal könnte die Kontrolle über Venezuelas umfangreiche Energieressourcen zu einem Kernstück der US-Strategie in der Zeit nach Maduro werden – sowohl aus geopolitischer Sicht als auch im Hinblick auf die globalen Energiemärkte.

Wer regiert Venezuela als Nächstes?

Die politische Zukunft des Landes bleibt offen. Nach Angaben hochrangiger Regierungsvertreter arbeitet Trumps nationales Sicherheitsteam – darunter Außenminister Marco Rubio, der Berater für Heimatschutz Stephen Miller und Verteidigungsminister Pete Hegseth – an möglichen Modellen für eine Übergangsregierung nach Maduro.

Trump räumte ein, dass die US-Pläne auch „Stiefel am Boden“ umfassen könnten. Das amerikanische Militär sei auf eine „zweite Welle“ vorbereitet, um die Kontrolle zu sichern, falls dies notwendig werde. Zugleich fügte er hinzu, dass ein solcher Schritt wahrscheinlich nicht erforderlich sei.

Zweifel an der Opposition

Der US-Präsident äußerte zudem Skepsis gegenüber der venezolanischen Opposition. Er stellte die innenpolitische Legitimität von María Corina Machado infrage und erklärte, sie verfüge trotz internationaler Anerkennung und des Friedensnobelpreises nicht über ausreichende Unterstützung und Respekt innerhalb des Landes, um es zu führen.

Gleichzeitig sagte Trump, er könne mit Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zusammenarbeiten und erkannte sie damit faktisch als derzeitige Machtzentrale in Caracas an.

Offene Fragen

Unklar bleibt, wie lange die Vereinigten Staaten Venezuela beaufsichtigen wollen, wer das Land nach der Übergangsphase führen wird und ob Washington die Kosten für einen umfassenden wirtschaftlichen Wiederaufbau übernimmt. Beobachter weisen darauf hin, dass sich hier einer der weitreichendsten Fälle direkter US-Intervention in einem anderen Staat seit Jahrzehnten abzeichnen könnte – mit potenziell tiefgreifenden Folgen für Lateinamerika und die globale Politik.


Dieser Artikel wurde auf Grundlage von bei The Wall Street Journal veröffentlichten Informationen erstellt. Der vorliegende Text stellt eine eigenständige Bearbeitung und Interpretation dar und erhebt keinen Anspruch auf die Urheberschaft der ursprünglichen Inhalte.

Das Originalmaterial ist unter folgendem Link einsehbar: The Wall Street Journal.
Alle Rechte an den ursprünglichen Texten liegen bei The Wall Street Journal.

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