Die Ukraine hat erklärt, einen erfolgreichen Drohnenangriff auf die Lukoil-Pererabotka-Ölraffinerie in der russischen Region Wolgograd durchgeführt zu haben. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte verursachte der nächtliche Angriff auf die Anlage im Gebiet der Wolga Explosionen und ein Feuer auf dem Gelände. Diese Angaben konnten bislang nicht unabhängig überprüft werden, und Lukoil hat noch keinen offiziellen Kommentar abgegeben.
Was über die Anlage und den Angriff bekannt ist
Die Wolgograder Ölraffinerie gehört zu den größten in Russland. Ihre Verarbeitungskapazität beträgt rund 300.000 Barrel Rohöl pro Tag. Sie beliefert hauptsächlich die südlichen Regionen Russlands mit Erdölprodukten, ein Teil der Produktion wird exportiert.
Nach Angaben ukrainischer Quellen handelt es sich bereits um den sechsten Angriff auf die Anlage in diesem Jahr. In der Nacht meldeten Bewohner von Wolgograd eine Reihe von Explosionen und grellen Blitzen im Industriegebiet des Bezirks Krasnoarmeiski, wo sich die Raffinerie befindet. Einige Augenzeugen berichteten, dass Fenster und Wände in den umliegenden Häusern durch die Erschütterungen bebten.
Warum die Ukraine Ölinfrastruktur ins Visier nimmt
In den letzten Monaten hat die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur – von Raffinerien bis zu Pipelines und Seehäfen – verstärkt. Ziel dieser Operationen, so Analysten, sei es, die Energieeinnahmen Russlands zu verringern, die zur Finanzierung der militärischen Operationen verwendet werden.
Nach Angaben von Bloomberg haben ukrainische Drohnen seit Anfang August mindestens 38 russische Ölverarbeitungsanlagen angegriffen – fast doppelt so viele wie in den ersten sieben Monaten des Jahres. Frühere Berichte deuten darauf hin, dass diese Angriffe bereits zu Exportstörungen geführt haben, wodurch die russische Ölverarbeitung zeitweise unter fünf Millionen Barrel pro Tag fiel.
Der internationale Kontext
Auch die Vereinigten Staaten erhöhen den Druck auf die russische Ölindustrie. Präsident Donald Trump setzte im Oktober die beiden größten russischen Ölkonzerne – Rosneft und Lukoil – auf die Sanktionsliste, nachdem ein Versuch, den russischen Präsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen, gescheitert war.
Die Sanktionen sollen Ende November in Kraft treten. Im Vorfeld haben wichtige Abnehmer russischen Öls – darunter China, Indien und die Türkei – ihre Käufe vorübergehend gestoppt und sich nach alternativen Lieferanten umgesehen. Infolgedessen sind die durchschnittlichen russischen Rohölexporte in den vier Wochen bis zum 2. November so stark zurückgegangen wie seit Januar 2024 nicht mehr.
Folgen des Angriffs
Der Angriff auf die Raffinerie in Wolgograd ist der jüngste in einer Reihe ukrainischer Schläge gegen die russische Ölinfrastruktur. Sollten solche Angriffe anhalten, könnten sie die inländische Treibstoffversorgung beeinträchtigen und die Exporterlöse weiter schmälern – eine zentrale Einnahmequelle für den russischen Staatshaushalt.
Die Beschädigung wichtiger Raffinerien verringert nicht nur die Produktionskapazität, sondern erhöht auch die Kosten, was zu steigenden Kraftstoffpreisen innerhalb Russlands führen könnte. Für die Ukraine sind solche Operationen Teil einer umfassenden wirtschaftlichen Strategie, die darauf abzielt, Russlands Fähigkeit zur Kriegsführung zu schwächen.
Dieser Artikel wurde auf Grundlage von bei Bloomberg veröffentlichten Informationen erstellt. Der vorliegende Text stellt eine eigenständige Bearbeitung und Interpretation dar und erhebt keinen Anspruch auf die Urheberschaft der ursprünglichen Inhalte.
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