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Russland könnte aufgrund des Kriegs rund um den Iran höhere Öleinnahmen erzielen — Bloomberg

3 Min. Lesezeit
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Russland exportierte in den vier Wochen bis zum 8. März 2026 täglich 3,26 Millionen Barrel Rohöl. (Foto: James MacDonald/Bloomberg)

Steigende Ölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten könnten Russland in den kommenden Wochen deutlich höhere Einnahmen aus Ölexporten bringen. Laut Bloomberg dürfte sich der Anstieg der weltweiten Benchmarkpreise über 100 Dollar pro Barrel bald auch in den Exporterlösen Moskaus widerspiegeln.

In der vergangenen Woche wurde der Effekt der höheren Preise jedoch teilweise durch einen Rückgang der Lieferungen ausgeglichen. Grund dafür war ein Stopp der Verladungen am Ölterminal Scheschcharis in Noworossijsk am Schwarzen Meer nach einem ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht vom 1. auf den 2. März. Inzwischen wurden die Verladungen wieder aufgenommen, berichtet die Agentur, wodurch sich die Voraussetzungen für eine Erholung der Exporte in den kommenden Wochen verbessern.

Zwei Faktoren, die die Einnahmen stützen

Bloomberg zufolge profitiert Russland derzeit von zwei Entwicklungen gleichzeitig.
Erstens hat der Anstieg der globalen Ölpreise auch die Preise für russische Rohölsorten erhöht.
Zweitens hat eine vorübergehende Lockerung amerikanischer Beschränkungen indischen Raffinerien erlaubt, russisches Öl zu kaufen, das sich bereits auf Tankern befand.

Diese Maßnahme könnte dazu beitragen, die wachsende Flotte von Tankern mit russischem Rohöl abzubauen, die derzeit auf Käufer warten. In den vergangenen Monaten lagen Dutzende Schiffe auf See still. Sollten indische Raffinerien ihre Käufe erhöhen, könnte das auf Tankern gelagerte Öl schnell vom Markt aufgenommen werden.

Ölbestände auf Tankern

Nach Angaben von Bloomberg befinden sich seit Mitte Dezember rund 140 Millionen Barrel russisches Rohöl auf Tankern. Das sind etwa 60 Millionen Barrel mehr als Ende August.

Diese Mengen könnten rasch Käufer finden, falls die Lieferungen aus dem Nahen Osten weiterhin gestört bleiben. Besonders relevant ist dabei die Lage in der Straße von Hormus, wo die Spannungen rund um Iran die Bewegung von Tankern und die Lieferungen aus dem Persischen Golf einschränken.

Indische Raffinerien haben bereits etwa 30 Millionen Barrel russisches Öl gekauft, nachdem Washington entsprechende Käufe faktisch erlaubt hatte, berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit den Geschäften vertraute Quellen.

Vorübergehender Rückgang der Exporte

Trotz der steigenden Preise sind die tatsächlichen russischen Ölexporte vorübergehend gesunken.
Nach Daten zur Verfolgung von Tankern lagen die seeseitigen Exporte in den vier Wochen bis zum 8. März im Durchschnitt bei 3,26 Millionen Barrel pro Tag. Das sind rund 200.000 Barrel pro Tag weniger als eine Woche zuvor und mehr als 600.000 Barrel pro Tag unter dem Höchststand vor Weihnachten.

Auf Wochenbasis fiel der Rückgang noch deutlicher aus. In der Woche bis zum 8. März sanken die Lieferungen auf durchschnittlich 2,64 Millionen Barrel pro Tag – der niedrigste Wert seit Februar 2025. Hauptgrund war der vorübergehende Ausfall der Exporte aus Noworossijsk.

Preise für russisches Rohöl steigen

Der Konflikt im Nahen Osten hat auch die Preise für russische Rohölsorten nach oben getrieben.

Laut Argus Media, zitiert von Bloomberg:

  • stieg der Preis für Urals-Rohöl aus baltischen Häfen um etwa 3,20 Dollar auf 45,98 Dollar pro Barrel;
  • Lieferungen von Urals aus dem Schwarzen Meer erhöhten sich auf 44,34 Dollar pro Barrel;
  • die pazifische Sorte ESPO stieg auf 56,75 Dollar pro Barrel;
  • der Lieferpreis für russisches Öl nach Indien erreichte 62,68 Dollar pro Barrel.

Gleichzeitig blieb der Gesamtwert der russischen Ölexporte relativ stabil. In den vier Wochen bis zum 8. März lag der durchschnittliche Bruttowert der Seexporte bei rund 1,13 Milliarden Dollar pro Woche.

Asien bleibt der wichtigste Absatzmarkt

Asiatische Länder bleiben weiterhin die wichtigsten Abnehmer russischen Öls. Bloomberg zufolge lagen die Lieferungen an asiatische Kunden – einschließlich Ladungen ohne endgültiges Ziel – bei durchschnittlich 3,04 Millionen Barrel pro Tag.

Ein Teil der Tanker gibt Zwischenziele wie den Suezkanal oder Port Said an, während der endgültige Bestimmungsort manchmal erst später während der Reise bekannt wird. Dadurch wird die Nachverfolgung der Exportströme weniger transparent.

Risiken und Warnungen aus Moskau

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Energieunternehmen dazu aufgerufen, mit den zusätzlichen Einnahmen vorsichtig umzugehen. Seiner Ansicht nach könnten die derzeit hohen Rohstoffpreise nur vorübergehend sein.

Sollten die Störungen der Ölversorgung aus dem Nahen Osten jedoch anhalten, könnten russische Exporteure erheblich profitieren. Wie Bloomberg anmerkt, könnte die Kombination aus steigenden Preisen und der Wiederaufnahme der Verladungen in Schwarzmeerhäfen bereits in den kommenden Wochen zu einem spürbaren Anstieg der russischen Öleinnahmen führen.


Dieser Artikel wurde auf Grundlage von bei Bloomberg veröffentlichten Informationen erstellt. Der vorliegende Text stellt eine eigenständige Bearbeitung und Interpretation dar und erhebt keinen Anspruch auf die Urheberschaft der ursprünglichen Inhalte.

Das Originalmaterial ist unter folgendem Link einsehbar: Bloomberg.
Alle Rechte an den ursprünglichen Texten liegen bei Bloomberg.

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