Der chinesische Staatschef Xi Jinping bereitet sich darauf vor, Wladimir Putin weniger als eine Woche nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump zu empfangen. Nach Einschätzung von Reuters will Peking sich damit als berechenbares Zentrum der globalen Diplomatie präsentieren — in einer Zeit, die von Kriegen, Handelskonflikten und Energieunsicherheit geprägt ist.
Für Putin wird es bereits die 25. Reise nach China sein. Moskau und Peking stellen den zweitägigen Besuch als Bestätigung ihrer „allwetterfesten“ Partnerschaft dar — trotz des westlichen Drucks auf China, seinen Einfluss auf Russland zu nutzen, um zu einem Ende des Krieges in der Ukraine beizutragen.
Peking demonstriert Stabilität inmitten globaler Krisen
Peking bezeichnet sich weiterhin als neutrale Partei und möglicher Vermittler in dem Konflikt. Moskau betont unterdessen, dass Russland und China die „Kerninteressen“ des jeweils anderen unterstützen. In der Praxis bedeutet das, dass Energie, Handel und langfristige Lieferungen russischer Rohstoffe nach China voraussichtlich eine zentrale Rolle bei den Gesprächen spielen werden, während Moskau weiterhin unter westlichen Sanktionen steht.
Reuters zufolge sagte Ian Storey vom singapurischen ISEAS — Yusof Ishak Institute, das Treffen zwischen Xi und Putin solle der Welt zeigen, dass die strategische Partnerschaft zwischen Moskau und Peking ein Grundpfeiler der Außenpolitik beider Länder bleibe. Er argumentierte, dass Versuche der USA, einen Keil zwischen beide Staaten zu treiben, kaum Erfolg haben dürften.
Putins Besuch folgt auf Trumps Reise nach China, die zwar positive diplomatische Bilder lieferte, aber nur wenige große Wirtschaftsvereinbarungen hervorbrachte. Xi beschrieb die Beziehungen zu Washington als Verhältnis „strategischer Stabilität“ und setzte diesen Ansatz damit faktisch der früheren amerikanischen Formel der „strategischen Konkurrenz“ entgegen.
Für China ist die Abfolge hochrangiger Besuche eine Möglichkeit, sein Bild als Macht zu stärken, die mit allen Seiten sprechen und eine konsequente langfristige Linie verfolgen kann — während die USA Schwierigkeiten haben, den Krieg in der Ukraine zu beenden und den Konflikt mit Iran zu kontrollieren, der die globalen Energieströme gestört hat.
Energie bleibt die zentrale praktische Dimension des Bündnisses
Chinas Verhältnis zu Russland bleibt für den Westen ein wichtiger Anlass zur Sorge. Reuters zitiert Storey mit der Einschätzung, es sei unrealistisch zu erwarten, dass Xi Druck auf Putin ausüben werde, um den Krieg zu beenden: China verfüge nicht über einen solchen Einfluss auf den Kreml, und eine russische Niederlage in der Ukraine würde Putins Position schwächen — ein Ergebnis, an dem Peking kaum Interesse habe.
China selbst erklärt, es habe keiner Seite des Konflikts tödliche Waffen geliefert und kontrolliere den Export von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck streng. Westliche Analysten gehen jedoch davon aus, dass Peking Moskau weiterhin diplomatische Rückendeckung, wirtschaftliche Unterstützung und Zugang zu Technologien gewähren wird, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.
Nach Angaben von Reuters dürfte Energie eines der zentralen praktischen Themen der Gespräche sein. Eine der wichtigsten Fragen bleibt die Gaspipeline „Power of Siberia 2“. Russland und China hatten sich zuvor auf ihren Bau geeinigt, konnten sich jedoch noch nicht auf den Preis verständigen. Vor dem Hintergrund von Störungen der Energieversorgung im Zusammenhang mit dem Konflikt um Iran könnte Moskau versuchen, das Projekt als verlässliche langfristige Gasquelle für China darzustellen.
Peking dürfte jedoch kaum von seiner Diversifizierungsstrategie abrücken. China könnte die Gespräche sowohl mit Russland als auch mit Turkmenistan fortsetzen, flexible Lieferbedingungen anstreben und zugleich eine schnelle Festlegung des Preises vermeiden. Experten zufolge könnten sich die Preisverhandlungen über „Power of Siberia 2“ über Jahre hinziehen.
China ist bereits der größte Käufer russischen Öls — sowohl über Pipelines als auch auf dem Seeweg. Trotz westlicher Sanktionen kaufen unabhängige chinesische Raffinerien weiterhin russisches Rohöl, häufig mit Abrechnung in Yuan. Im Jahr 2025 stimmte Russland zudem zu, seine Öllieferungen nach China über Kasachstan um 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr zu erhöhen.
Das Treffen zwischen Xi und Putin ist daher nicht nur eine symbolische Antwort auf Trumps jüngsten Besuch, sondern auch ein Versuch, die praktischen Grundlagen der russisch-chinesischen Partnerschaft zu festigen — von diplomatischer Unterstützung bis hin zur Energiepolitik, in der Moskau zunehmend von Asien abhängig ist und Peking diese Abhängigkeit zu seinen eigenen Bedingungen nutzen will.
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